So wird auch Ihr Geschäft barrierefrei

 
Anhand der Richtlinien zur Vergabe des Signets "Berlin barrierefrei" erhalten Sie im Folgenden praktische Tipps, wie Sie Ihr Geschäft barrierefrei gestalten können. Dabei zeigen wir Ihnen anhand von Fotos, wo die Problemzonen sind und wie man sie beseitigt.
 
Folgende fünf Mindestkriterien müssen für das Signet „Berlin barrierefrei“ erfüllt werden:

  1. Stufenloser Zugang (ggf. mit Rampe oder Lift)

    Für unser Testgeschäft haben wir eine mobile Rampe bauen lassen, die abends problemlos abgebaut werden kann. Die Rampe besteht aus Aluminium und ist robust verarbeitet.

    Den Gewichtstest mit einem Elektro-Rollstuhl hat sie bereits bestanden. Auch für Kinderwagen ist die Neigung bequem zu bewältigen. Für einen einfachen Rollstuhl ist die Rampe zwar ein wenig zu steil, doch haben wir an dieser Stelle nach einem Kompromiss gesucht, um nicht den gesamten Gehweg zu blockieren.

    Die Rampe in unserem Beispiel ist 90 cm breit und 90 cm lang. Der Höhenunterschied beträgt 18 cm. Angefertigt wurde die Rampe von der Firma A.S.T. Metallbau und kostete 300 Euro.

    Ohne Rampe Stufe ohne Rampe
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    Mit Rampe Stufe mit Rampe
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    Wenn Ihr Geschäft für das Anbringen einer Rampe nicht geeignet sein sollte, dann ist eine Klingel an Ihrer Eingangstür eine einfache Möglichkeit für Rollstuhlfahrer auf sich aufmerksam zu machen.
    Sie können dann gegebenenfalls Hilfestellung leisten.

  2. Ausreichend breite Türen

    Für die Türbreite gilt bei Neubauten 90 cm gemäß DIN 18024 Teil 2 in der aktuell gültigen Fassung. Bei Umbauten und Anpassungen im Altbaubestand sind Kompromisslösungen möglich, die eine Mindestbreite von 80 cm erlauben.

  3. Ausreichend große Bewegungsflächen
  4. Markierung gefährlicher Glastüren und Stufen

    Gläserne Eingangstüren können für Menschen mit Sehbehinderung gefährlich werden, da sie die Scheibe nicht erkennen, sondern nur den dahinter liegenden hellen Verkaufsraum.

    Aus diesem Grund ist es wichtig, Eingangstüren so zu markieren, dass der sehbehinderte Mensch einen Kontrastunterschied wahrnehmen kann.

    Im Beispiel ist zu sehen, dass die Öffnungszeiten als Markierungshilfe dienen. Eine andere Möglichkeit wäre, den Firmennamen auf die Scheibe zu schreiben.

    Im Beispielsfall kostete der Markierungsstreifen 30 Euro.

    Ohne Sichtblende
    Glastür ohne Sichtblende
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    Mit Sichtblende Glastür mit Sichtblende
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    Um Menschen mit Sehbehinderung auch das Gehen auf Treppen zu erleichtern, sollten mindestens die erste und letzte Stufe markiert sein.

    In unserem Beispiel gibt es nur eine Stufe, die mit weißer Zementfarbe gestrichen wurde. Der weiße Streifen ist 5 cm breit. Die Stufe wurde dreimal gestrichen. Im Alltagstest hat sich die Farbe bewährt, ist allerdings schon etwas angeschmutzt.

    Farbe und Pinsel sind aus dem Heimwerkermarkt und kosteten zehn Euro.

    Ohne Markierung Stufe ohne Markierung
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    Mit Markierung Stufe mit Markierung
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  5. Orientierungsmöglichkeiten für Menschen mit Seh- und Hörbehinderung sowie nach Bedarf personelle Unterstützung für alle Menschen mit Behinderung